Tassen als Werbeartikel: Warum das Dekor über die Haltbarkeit entscheidet

Bild KI-generiert

Tassen & Trinkgefäße

Tassen als Werbeartikel: Warum das Dekor über die Haltbarkeit entscheidet

Weshalb zwei äußerlich identische Tassen im Alltag unterschiedlich altern

Eine frisch bedruckte Tasse verlässt die Produktion mit einem satten, klar konturierten Logo, und genau dieses Bild prägt die Erwartung im Einkauf. Was dabei unsichtbar bleibt, ist der Unterschied zwischen einer Farbe, die auf der Glasur liegt, und einer Farbe, die in sie eingebrannt wurde. Beide Varianten sehen im Moment der Übergabe nahezu gleich aus, verhalten sich am Arbeitsplatz oder in der Küche über die folgenden Monate aber grundlegend anders. Espressotassen und Kaffeebecher aus Keramik teilen sich denselben Rohstoff. Ihre Fertigungstiefe unterscheidet sich jedoch von Modell zu Modell, und genau das entscheidet am Ende darüber, ob ein Logo nach einem Jahr noch scharf zu erkennen ist oder nur noch als heller Schatten auf der Glasur.

Lesezeit ca. 7 Minuten · 28. August 2026

Zwei Techniken, die im Laden gleich aussehen

Keramikfarbe lässt sich auf zwei grundsätzlich verschiedene Weisen mit einer Tasse verbinden. Beim Aufglasurdekor wird die Farbe nach dem eigentlichen Glasurbrand aufgetragen und in einem zweiten, deutlich kühleren Brand bei rund 800 Grad Celsius fixiert. Die Farbe liegt danach auf der glatten Glasuroberfläche, wodurch sich feine Details und ein breites Farbspektrum realisieren lassen, darunter auch Gold- und Metallic-Effekte, die sich mit anderen Verfahren kaum erreichen lassen.

Beim Unterglasur- oder Inglasurdekor läuft der Prozess umgekehrt: Die Farbe wird vor oder während des Glasurbrands aufgebracht und durchläuft anschließend Temperaturen von rund 1.000 bis 1.250 Grad Celsius. Sie verbindet sich dabei fest mit der Glasurschicht, statt nur auf ihr zu liegen. Die verfügbare Farbpalette ist enger, weil nur wenige Metalloxid-Pigmente diese Temperaturen unbeschadet überstehen. Was an Farbvielfalt fehlt, gewinnt das Verfahren an Widerstandsfähigkeit gegenüber Kratzern und häufigem Spülgang.

Hinweis

Im direkten Vergleich zweier fabrikneuer Tassen lässt sich kaum erkennen, welches Verfahren verwendet wurde. Der Unterschied zeigt sich erst nach mehreren Wochen im Gebrauch, wenn ein Aufglasurdekor an den Kontaktstellen zu Löffel, Henkel und Spülkorb erste feine Kratzer zeigt, während ein Unterglasurdekor sichtbar unverändert bleibt.

Material bestimmt Gewicht und Bruchverhalten

Das Trägermaterial entscheidet mit, wie beide Dekor-Techniken wirken und wie robust eine Tasse im Alltag zwischen Büroküche und Geschirrspüler bleibt. Fachlich heißt der gebrannte, unglasierte Grundkörper einer Tasse Scherben; er bestimmt Wandstärke, Gewicht und Bruchverhalten unabhängig vom späteren Dekor. Drei Werkstoffe decken den größten Teil der Praxis ab.

Porzellan

Porzellan hat den feinsten Scherben der drei Werkstoffe und wirkt dadurch dünnwandiger und heller als Steingut. Die glatte, dichte Oberfläche nimmt Unterglasurfarben besonders gleichmäßig auf und liefert einen sauberen Kontrast zwischen Weiß und Motiv. Der dünne Rand macht Porzellan im Vergleich anfälliger für Absplitterungen, wenn Tassen im Spülkorb aneinanderschlagen oder auf einer harten Arbeitsplatte abgestellt werden.

Steingut

Steingut, im Fachhandel oft auch als Steinzeug bezeichnet, hat einen gröberen, dickwandigeren Scherben. Das zusätzliche Gewicht gibt der Tasse einen wertigeren Griff in der Hand. Die dickere Wandung verzeiht kleinere Stöße spürbar besser als Porzellan, weshalb sich Steingut für den täglichen Gebrauch in der Büroküche häufiger durchsetzt als im privaten Geschirrschrank.

Emaille

Emaille-Becher bestehen aus einem Stahlkern mit aufgeschmolzener Glasschicht und heben sich optisch deutlich von Porzellan oder Steingut ab, mit dem typischen Camping- und Outdoor-Look und farbig abgesetztem Rand. Ein Logo lässt sich per Siebdruck auf die Emailleschicht bringen oder per Lasergravur einarbeiten, wobei die Gravur die Schicht bis auf den darunterliegenden Stahl abträgt. Genau diese Stelle ist zugleich die Schwachstelle: Wird die Emaille an einer Kante beschädigt, etwa durch einen harten Stoß, kann der freiliegende Stahl mit der Zeit rosten.

Vom Sieb zum Ofen: wie das Dekor auf die Tasse kommt

Der Weg vom Rohling zur fertig bedruckten Tasse folgt bei Sieb- und Digitaldruck auf Keramik einem festen Ablauf, der sich vor allem im dritten Schritt entscheidet.

01 · Datenaufbereitung

Aus der Logo-Vorlage entsteht für jede Farbe eine eigene Druckschablone. Bei mehrfarbigen Motiven wächst der Aufwand mit jeder zusätzlichen Farbe, weil jede Schicht einzeln registriert werden muss.

02 · Farbauftrag

Die keramische Farbe wird per Siebdruck, Tampondruck oder, bei fotorealistischen Motiven auf beschichteten Rohlingen, per Sublimation aufgebracht. Auf der gewölbten Fläche einer Tasse justiert die Produktion den Andruck für jede Farbe einzeln nach.

03 · Brand

Je nach Verfahren durchläuft die Tasse einen Dekorbrand bei rund 800 Grad Celsius oder, beim Unterglasurdekor, einen Brand bei rund 1.000 bis 1.250 Grad Celsius zusammen mit der Glasur. Wird die Zieltemperatur auch nur knapp verfehlt, verschiebt sich der Farbton sichtbar: Ein kräftiges Rot kippt bei zu niedriger Temperatur schnell ins Bräunliche, weil viele stabile Keramikfarben auf Metalloxiden basieren, die empfindlicher auf Temperaturschwankungen reagieren als Volltonfarben im Siebdruck auf Papier oder Textil.

04 · Prüfung

Nach dem Abkühlen kontrolliert die Produktion Farbtreue und Sitz des Motivs, bevor eine Charge freigegeben wird. Bei größeren Aufträgen wandert zusätzlich eine Stichprobe in den Geschirrspüler, um die Haftung unter Praxisbedingungen zu prüfen, statt sich allein auf die Sichtkontrolle zu verlassen.

Neben den farbigen Verfahren lässt sich ein Logo auf glasierter Keramik auch per Lasergravur anbringen. Der Laser trägt die Glasur an der bearbeiteten Stelle bis auf den darunterliegenden Scherben ab und hinterlässt eine matte, einfarbige Kontur, die weder verblasst noch abblättert, dafür ohne Farbwirkung auskommen muss. Weil der Scherben unter weißer Glasur meist selbst hell ist, zeigt sich die Gravur häufig nur als feiner Helligkeitsunterschied statt als kontrastreiches Motiv, ein Punkt, der bei sehr feinen Linien oder kleiner Schrift zu beachten ist.

Kaffeebecher und Espressotassen brauchen unterschiedliche Logos

Ein Standard-Kaffeebecher fasst am Markt meist zwischen 300 und 330 Millilitern und bietet an der Wandung ausreichend Fläche für ein zweifarbiges Logo mit Schriftzug. Eine Espressotasse kommt dagegen selten über 80 bis 100 Milliliter hinaus, und die nutzbare Druckfläche schrumpft entsprechend auf einen schmalen Streifen unterhalb des Rands. Ein Motiv, das auf dem Kaffeebecher gut lesbar bleibt, wirkt auf der Espressotasse schnell gedrängt oder muss auf eine reine Wortmarke reduziert werden.

Tampondruck spielt seine Stärke gerade auf dieser kleinen, oft leicht gewölbten Fläche aus, weil der Silikonstempel sich der Kontur anpasst, ohne dass die Farbschicht reißt. Für Kaffeebecher mit größerer, ebenerer Wandfläche eignet sich zusätzlich Siebdruck, der bei größeren Auflagen ein gleichmäßigeres Ergebnis liefert als mehrere einzelne Tampondruck-Durchgänge.

Vorlauf, Mindestmenge und Express-Fertigung

Wer eine bereits vorhandene Form mit neuem Logo bedrucken lässt, kommt in der Regel schneller zum fertigen Produkt als bei einer komplett neuen Tassenform mit eigenem Werkzeug. Für Standardformen mit Sieb- oder Tampondruck liegt die Bestellmenge am Markt häufig ab 24 oder 48 Stück, bei individuellen Unterglasurdekoren mit eigens angeruehrter Farbe steigt die praktikable Einstiegsmenge spürbar, weil sich der Aufwand für Farbmischung und Testbrand erst bei größerer Stückzahl trägt.

Für eilige Anlässe wie eine kurzfristig angesetzte Messe oder ein Firmenjubiläum mit fixem Termin lässt sich eine Bestellung auf einer bereits vorhandenen Form im Express binnen 48 Stunden nach Druckfreigabe abwickeln. Diese Schnelligkeit gilt jedoch nicht für jedes Verfahren gleichermaßen: Ein Unterglasurdekor mit vollständigem Glasurbrand braucht seine Brennzeit unabhängig vom Liefertermin, weshalb sich die Express-Fertigung in der Praxis vor allem auf Aufglasur- und Sublimationsverfahren auf bereits glasierten Rohlingen stützt.

Häufige Fragen

Woran erkennt man beim Kauf, ob eine Tasse spülmaschinenfest bedruckt ist?

Ein zuverlässiges äußerliches Merkmal gibt es nicht, weil Aufglasur- und Unterglasurdekor im Neuzustand nahezu identisch aussehen. Verlässlicher ist die Angabe des Herstellers zum Dekor-Verfahren oder eine Rückfrage, ob die Farbe vor oder nach dem Glasurbrand aufgetragen wurde. Bei hohen Stückzahlen lohnt sich zusätzlich ein Muster, das vor der Serienproduktion mehrere reale Spülgänge durchläuft.

Warum ist Gold- oder Metallic-Dekor fast immer im Aufglasurverfahren umgesetzt?

Metallische Pigmente und Echtgold-Auflagen halten die hohen Temperaturen eines Unterglasurbrands nicht aus und verändern dabei ihre Optik. Sie werden deshalb im kühleren Aufglasurbrand bei rund 800 Grad Celsius fixiert, was gleichzeitig erklärt, warum solche Dekore empfindlicher auf tägliches Spülen reagieren als ein einfarbiges Unterglasurmotiv.

Lohnt sich eine individuelle Tassenform für ein einmaliges Firmenevent?

Meist nicht. Werkzeugbau und Musterfreigabe für eine neue Form brauchen mehrere Wochen Vorlauf und rechnen sich erst bei wiederkehrenden Bestellungen über mehrere Jahre. Für ein einmaliges Event liefert eine vorhandene Katalogform mit individuellem Dekor in der Regel das bessere Verhältnis aus Aufwand und Ergebnis.

Können Espressotassen und Kaffeebecher im selben Auftrag mit demselben Motiv bedruckt werden?

Technisch ja, gestalterisch braucht das Motiv aber zwei Varianten. Was auf dem größeren Kaffeebecher als vollständiges Logo mit Schriftzug funktioniert, muss für die schmale Fläche der Espressotasse häufig auf ein reines Bildzeichen reduziert werden, damit es nicht gestaucht wirkt.

Was passiert, wenn ein Emaille-Becher eine Delle bekommt?

Eine Delle im Stahlkern reißt in der Regel auch die aufgeschmolzene Glasschicht auf, wodurch der Stahl darunter freiliegt und rosten kann. Bei Porzellan oder Steingut hinterlässt ein Stoß meist nur einen Absplitterer der Glasur, bei Emaille betrifft der Schaden dagegen das Trägermaterial selbst.

Ist eine Nachbestellung mit exakt derselben Farbe möglich?

Bei Unterglasurdekoren mit festgelegten Keramikfarben lässt sich ein Ton meist gut reproduzieren, weil die Rezeptur dokumentiert ist. Bei individuell angemischten Aufglasurfarben empfiehlt sich eine schriftliche Farbnummer oder ein Referenzmuster aus der Erstbestellung, damit spätere Chargen nicht sichtbar abweichen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung zu Material- und Verfahrenswahl. Angaben zu Temperaturen, Volumina und Fertigungszeiten geben marktübliche Werte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können je nach Hersteller, Charge und Ausführung abweichen.

Trustpilot